Ein Herz für Fledermäuse

//Ein Herz für Fledermäuse

Ein Herz für Fledermäuse

2020-07-20T11:06:26+02:0020. Juli 2020|

Die gräfliche Familie von Schönborn-Wiesentheid unterstützt den Fledermausschutz

Alle gräflichen Güter – Landwirtschaft, der Forst und die Weingüter wurden auf biologischen Anbau umgestellt, da ist es selbstverständlich, dass die Familie der Grafen von Schönborn-Wiesentheid auch den Naturschutz, insbesondere den Fledermausschutz unterstützt.

Das Große Mausohr ist die größte heimische Fledermausart. Sie war ursprünglich im Mittelmeerraum verbreitet und konnte ihr Verbreitungsgebiet erst mit der Siedlungstätigkeit des Menschen auf das Areal nördlich der Alpen ausdehnen. Fortpflanzungskolonien (sog. Wochenstuben) der Art finden sich in Mitteleuropa vornehmlich in Dachstühlen großer Gebäude (Schlösser, Kirchen, etc.), auch Schloss Wiesentheid ist seit mehr als 30 Jahren ein beliebtes Sommerquartier für diese Tiere. Um den Bestand zu erhalten und den Fledermausschutz zu unterstützen, bleibt im Privatschloss jahrein jahraus ein Dachbodenfenster offen, um den Tieren das Nisten zu ermöglichen.

Bei der letzten Zählung im Stammsitz der Grafen am 10.07.2020 konnten 114 Große Mausohren (Weibchen und Jungtiere) gezählt werden. Nach dem auffällig geringen Bestand im letzten Sommer ist damit zumindest wieder ein leichter Aufwärtstrend zu vermerken, der sich in den kommenden Jahren hoffentlich fortsetzen wird.

Das Haus Schönborn beherbergt neben der Mausohrkolonie im Westflügel von Schloss Wiesentheid auch in anderen Liegenschaften Fledermäuse, z. B. im Fuchsschen Bau (Kolonie Graue Langohren), im Keller des Forsthauses Rüdern (Winterquartier mehrerer Arten) oder in Gut Öttershausen (Winterquartier der Mopsfledermaus). Aus Schloss Weissenstein in Pommersfelden sind bislang nur Einzeltiere von Langohren und Mausohren bekannt.

Sämtliche heimischen Fledermausarten sind in Bayern, Deutschland und der EU gesetzlich streng geschützt. In Bayern gibt es 25 verschiedene Fledermausarten – jede dritte Säugetierart bei uns ist eine Fledermaus.

Die Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern (Univ. Erlangen) kümmert sich im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums um die fachlichen Belange des Fledermausschutzes in den Regierungsbezirken Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken und Oberpfalz. Sie führt jährliche Erfassungen auch in Wiesentheid durch, um so die bayernweite Bestandsentwicklung dieser Tiergruppe besser abschätzen zu können.

Foto: Matthias Hammer, Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern